ich bin immer mal wieder auf der suche nach Foren für Praxisanleiter zum Austausch von Erfahrungen und Ideen für Anleitungen. Nun habe ich dieses Forum hier gefunden.
Ich heiße Katharina bin 39 (1986 geboren) und arbeite in einer stationären Langzeitpflegeeinrichtung in Köln. Meine Ausbildung als examinierte Altenpflegerin habe ich 2010 erfolgreich beendet, die ersten Schüler hatte ich 2012 (damals noch ohne PA Weiterbildung, da unser damaliger Chef und PDL es nicht für Notwendig hielten) mit dem Wechsel des Chefs und der PDL wurde mir dann auf bitten von mir doch noch die Weiterbildung angeboten, die ich erfolgreich 2017 beendet hatte.
Die generalistische Pflegeausbildung war zu diesem Zeitpunkt gerade auch im kommen und es hieß das ich Freigestellt werde. Leider gab es dann wieder einen Wechsel seitens der Chefetage und Corona war auch im kommen, sodass meine Freistellung in weiter ferne lag.
Auch aktuell bin ich nicht zu 100 % freigestellt, habe aber mindestens einmal die Woche einen freigestellten Tag als PA. Dieses ist jedoch in der Situation wo unser Betrieb sich momentan befindet noch viel zu wenig, aber bis dato bin ich mit keinem Jahresgespräch leider weitergekommen. Diesen Monat habe ich ein paar mehr Tage, wo ich Freigestellt bin, liegt aber daran das 7 Schüler ihre Abschlussprüfung zur Pflegefachassistenz haben. Insgesamt haben wir 24 Schüler (plus nochmal 3 die ihr externes Praktikum bei uns machen) Die 3 externen Schüler machen alle die 3 jährige Ausbildung, von den 23 Schülern die "unsere" Schüler sind, sind 11 die die 3 jährige Ausbildung machen, die restlichen 13 machen die Pflegefachassistenz.
Ich habe zwar noch eine Kollegin, die auch die Weiterbildung zur Praxisanleitung absolviert hat, nicht freigestellt ist da sie auch WBL ist, jedoch muss ich eher alles alleine machen, sei es die Schüler begleiten, die Unterlagen ausfüllen, Praxisaufgaben durchschauen und korrigieren und bewerten sowie auch den Beurteilungsbogen durchgehen. Das ist natürlich ein Drahtseilakt und ich bin auch auf die Unterstützung der Pflegefachkräfte angewiesen. Dies klappt mal mehr mal weniger gut, denn leider höre ich zu oft von den Schülern das sie sich bei den examinierten Kräften nicht ernst genommen fühlen und ich selber bekomme dieses auch mit das die Erwartungen die an einen Azubi gestellt werden teilweise zu hoch sind für das aktuelle Ausbildungsjahr.
Die Aufgabe Praxisanleiter macht mir Spaß, versteht mich nicht falsch, aber die Rahmenbedingungen müssen auch passen das überhaupt eine gute Anleitung stattfinden kann, denn eine gute Anleitung benötigt auch Zeit. Gerade vor den Prüfungen haben manche Schulen eine Vorstellung wie die Prüfung abzulaufen hat, die ist meiner Meinung nach unrealistisch und einfach nur ein Theaterstück für die Pflegeschule. Ich gebe ein Beispiel: Die Informationssammlung für die Übergabe darf maximal 15 Minuten dauern, die Übergabe vom Schüler an den Dozent darf maximal 15 Minuten dauern, die Durchführung soll 90 Minuten dauern, die Dokumentation soll maximal 15 Minuten dauern und die Reflektion soll auch maximal 15 Minuten dauern. Insgesamt also 150 Minuten davon darf maximal 10 % also 15 Minuten zuvor die Prüfung beendet werden. Im wahren Stationsablauf hat der Schüler diese Zeit einfach nicht. Und die Prüfungen dauern durch Aufgeregtheit der Schüler generell länger als wie sie normalerweise benötigen, daher hoffe ich in diesem Forum vielleicht Menschen anzutreffen die ähnliche Situationen schon hatten und haben.
Na jetzt aber genug, oder?
Liebe Grüße aus Köln